L. Osborn-Jenkins1,2, L. Roberts2, M. Al-Abbadey3,4, H. MacPherson5, B. Stuart6, D. Carnes7, C. Fawkes7, L. Yardley3,8, K. Bradbury3, F. Bishop3
1University Hospital Southampton NHS Foundation Trust, Abteilung für Physiotherapie des Bewegungsapparats, Southampton, Vereinigtes Königreich, 2University of Southampton, Gesundheitswissenschaften, Southampton, Vereinigtes Königreich, 3Universität Southampton, Institut für Psychologie, Southampton, Vereinigtes Königreich, 4Universität Portsmouth, Institut für Psychologie, Portsmouth, Vereinigtes Königreich, 5University of York, Gesundheitswissenschaften, York, Vereinigtes Königreich, 6Universität Southampton, Primärversorgung und Bevölkerungswissenschaften, Southampton, Vereinigtes Königreich, 7Queen Mary University of London, Blizard Institute, London, Vereinigtes Königreich, 8University of Bristol, School of Psychological Science, Bristol, Vereinigtes Königreich
Hintergrund: Rückenschmerzen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Behinderungen. Leitlinien zur Behandlung von Rückenschmerzen empfehlen, Patienten Ratschläge zu geben, die ihnen helfen, ihre Beschwerden selbst zu bewältigen und ihren normalen Aktivitäten nachzugehen. Über den Inhalt dieser Ratschläge und ihre praktische Umsetzung in verschiedenen Gesundheitssektoren und von verschiedenen Berufsgruppen ist jedoch wenig bekannt.
Zweck: Das Ziel dieser Studie bestand darin, die Ratschläge zu beschreiben, die Physiotherapeuten, Osteopathen und Akupunkteure in Großbritannien Patienten mit Rückenschmerzen geben, und zu untersuchen, ob die Art der gegebenen Ratschläge mit folgenden Faktoren zusammenhängt: Beruf, Überzeugungen und Einstellungen des Therapeuten zur Behandlung von LBP sowie Patientenmerkmale.
Methods: Eine Sekundäranalyse von Daten, die im Rahmen eines großen longitudinalen, auf Fragebögen basierenden Forschungsprojekts mit dem Titel „Mechanismen in der orthodoxen und komplementären alternativen Behandlung von Rückenschmerzen“ (MOCAM-Studie) erhoben wurden, untersuchte kontextuelle Auswirkungen auf die Behandlungsergebnisse.
Diese prospektive, auf Fragebögen basierende Kohortenstudie verwendete selbstausgewiesene Daten, die von Ärzten und Patienten nach der ersten Konsultation, während der Behandlung (2 Wochen nach dem Ausgangswert) und 3 Monate nach dem Ausgangswert ausgefüllt wurden.
Die Therapeuten dokumentierten alle Ratschläge zu Ernährung, gezielten Übungen, körperlicher Aktivität und Ruhe. Alle weiteren Ratschläge wurden zusätzlich im Freitext festgehalten. Die Patienten wurden gebeten, alle erhaltenen Ratschläge und deren Einhaltung zu schildern.
Die Freitextdaten wurden induktiv kategorisiert, um eine multiprofessionelle Übereinstimmung der verwendeten Beratungsbegriffe sicherzustellen. Alle Daten wurden mit SPSS (Version 26) analysiert. Mittels deskriptiver Statistik wurde die Häufigkeit der gemeldeten Beratungskategorien, aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen und Gesundheitssektor, ermittelt.
Diese prospektive, auf Fragebögen basierende Kohortenstudie verwendete selbstausgewiesene Daten, die von Ärzten und Patienten nach der ersten Konsultation, während der Behandlung (2 Wochen nach dem Ausgangswert) und 3 Monate nach dem Ausgangswert ausgefüllt wurden.
Die Therapeuten dokumentierten alle Ratschläge zu Ernährung, gezielten Übungen, körperlicher Aktivität und Ruhe. Alle weiteren Ratschläge wurden zusätzlich im Freitext festgehalten. Die Patienten wurden gebeten, alle erhaltenen Ratschläge und deren Einhaltung zu schildern.
Die Freitextdaten wurden induktiv kategorisiert, um eine multiprofessionelle Übereinstimmung der verwendeten Beratungsbegriffe sicherzustellen. Alle Daten wurden mit SPSS (Version 26) analysiert. Mittels deskriptiver Statistik wurde die Häufigkeit der gemeldeten Beratungskategorien, aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen und Gesundheitssektor, ermittelt.
Results: Insgesamt 157 Ärzte (60 Physiotherapeuten, 44 Osteopathen und 53 Akupunkteure) rekrutierten 960 Patienten mit Rückenschmerzen und die Datenvervollständigungsrate lag bei 96.5 %.
Alle drei Berufsgruppen gaben den Patienten vielfältige Ratschläge, am häufigsten jedoch konkrete Übungen (57.6 %) und die Ermutigung zu mehr Aktivität (30.2 %). Mehr als ein Viertel aller Patienten erhielt die Aufforderung, die Aktivität zu reduzieren (20.3 %) oder Bewegungen zu vermeiden (7.3 %). Ratschläge zum Wohlbefinden (3.2 %), zur Ernährung (4.4 %) und zur Arbeit (1.1 %) wurden selten gegeben.
Physiotherapeuten, Osteopathen und Akupunkteure zeigten unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich der Beratungsinhalte. Im Vergleich zu Osteopathen und Akupunkteuren schlugen Physiotherapeuten häufiger spezifische Übungen (100 %), Bewegungsförderung (78.3 %), Haltungsratschläge (33.3 %) und Schmerzaufklärung (25 %) vor. Osteopathen bevorzugten am meisten Ratschläge zur Schmerzlinderung (38.6 %) und zur Ruhe (50 %), während Akupunkteure mehr Ratschläge zum Wohlbefinden (18.9 %) und zur Ernährung (26.45 %) gaben. Es gab Diskrepanzen zwischen den Berichten der Therapeuten über die angebotenen Ratschläge und der Wahrnehmung der Patienten hinsichtlich der erhaltenen Ratschläge.
Alle drei Berufsgruppen gaben den Patienten vielfältige Ratschläge, am häufigsten jedoch konkrete Übungen (57.6 %) und die Ermutigung zu mehr Aktivität (30.2 %). Mehr als ein Viertel aller Patienten erhielt die Aufforderung, die Aktivität zu reduzieren (20.3 %) oder Bewegungen zu vermeiden (7.3 %). Ratschläge zum Wohlbefinden (3.2 %), zur Ernährung (4.4 %) und zur Arbeit (1.1 %) wurden selten gegeben.
Physiotherapeuten, Osteopathen und Akupunkteure zeigten unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich der Beratungsinhalte. Im Vergleich zu Osteopathen und Akupunkteuren schlugen Physiotherapeuten häufiger spezifische Übungen (100 %), Bewegungsförderung (78.3 %), Haltungsratschläge (33.3 %) und Schmerzaufklärung (25 %) vor. Osteopathen bevorzugten am meisten Ratschläge zur Schmerzlinderung (38.6 %) und zur Ruhe (50 %), während Akupunkteure mehr Ratschläge zum Wohlbefinden (18.9 %) und zur Ernährung (26.45 %) gaben. Es gab Diskrepanzen zwischen den Berichten der Therapeuten über die angebotenen Ratschläge und der Wahrnehmung der Patienten hinsichtlich der erhaltenen Ratschläge.
Schlussfolgerung(en): Diese Studie zeigt, dass es in der Behandlung von Menschen mit Rückenschmerzen an Beratung zu Gesundheitsförderung und Wohlbefinden mangelt. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Präferenzen der Patienten hinsichtlich der Beratung zu ermitteln und herauszufinden, wie Ärzte ihre Beratungskompetenz optimieren können.
Implikationen: Diese neuartige Studie beschreibt erstmals die unterschiedlichen Beratungspraktiken von Physiotherapeuten, Osteopathen und Akupunkteuren bei der Behandlung von Menschen mit Rückenschmerzen. Der Mangel an Gesundheitsförderung und Aktivitätsförderung bei allen Therapeuten muss in der klinischen Praxis angegangen werden, um den Bedürfnissen von Menschen mit Rückenschmerzen besser gerecht zu werden.
Finanzierung, Danksagungen: Primärforschung: Arthritis Research UK Special Strategic Award.
Sekundäranalyse: im Rahmen eines HEE/NIHR Pre Doctoral Clinical Academic Fellowship
Sekundäranalyse: im Rahmen eines HEE/NIHR Pre Doctoral Clinical Academic Fellowship
Stichwort: Rückenschmerzen, Beratung, Selbstmanagement
Thema: Bewegungsapparat: Wirbelsäule
War für diese Arbeit eine ethische Genehmigung erforderlich? Ja
Institution: Universität Southampton (Ref. 19323)
Ausschuss: NHS Health Research Authority East Midlands—Derby Research Ethics Committee
Ethiknummer: Ref. 14/EM/1113
Alle Autoren, Zugehörigkeiten und Abstracts wurden wie eingereicht veröffentlicht.
